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Fallstudie

Jarvis

Ein eigenes Assistenzsystem, das per Sprache bedient wird, Aufträge im Hintergrund abarbeitet und sich selbst überwacht. Entstanden als internes Werkzeug — und die Grundlage für das, was wir an Automatisierung für Kunden bauen.

Art
Eigenes System
Bereiche
Software · Automation · Infrastructure
Laufzeit
Seit 2026, laufend erweitert
Umfang
Sprachdienst, Schnittstelle, zwei iPhone-Apps, Hintergrund-Dienste

Internes System ohne öffentlichen Zugang. Im Gespräch zeigen wir es gerne live.

  1. 01
    Ausgangslage

    Wer allein eine Firma führt und gleichzeitig entwickelt, verliert die meiste Zeit nicht an schwere Aufgaben, sondern an viele kleine: Zahlen zusammensuchen, Postfach sortieren, nachsehen ob ein Dienst noch läuft, immer wieder dieselbe Auswertung. Jede einzelne dauert fünf Minuten. Zusammen sind es Stunden.

  2. 02
    Die Idee

    Ein System, das man anspricht wie einen Mitarbeiter: Es versteht die Aufgabe, erledigt sie selbst, und meldet sich, wenn es fertig ist. Nichts, wofür man eine Oberfläche öffnen und sich durch Menüs klicken muss — sondern etwas, das nebenher läuft, während man weiterarbeitet.

    • Per Sprache bedienbar, ohne dass dafür ein Fenster offen sein muss
    • Längere Aufträge laufen im Hintergrund weiter, auch wenn man weggeht
    • Ein Gedächtnis über einzelne Gespräche hinaus
    • Auf dem Rechner und auf dem Telefon derselbe Stand
  3. 03
    Die Umsetzung

    Gebaut in Etappen, jede für sich nutzbar: zuerst die Sprachbedienung auf dem Rechner, dann eine abgesicherte Schnittstelle mit gemeinsamem Gedächtnis, darauf zwei native iPhone-Apps, danach die Hintergrund-Dienste und zuletzt eine Schicht, die das ganze System selbst überwacht. Kein großer Wurf auf einmal — jede Etappe musste im Alltag bestehen, bevor die nächste begann.

  4. 04
    Was dabei schwierig war

    Die interessanten Probleme lagen nicht in der Technik, sondern im Verhalten. Ein Assistent, der zu viel redet, nervt. Einer, der zu wenig fragt, macht Dinge, die niemand wollte. Einer, der jede Aktion bestätigen lässt, ist langsamer als Handarbeit. Die meiste Arbeit steckte darin, diese Grenzen zu finden — und sie so festzulegen, dass sie prüfbar sind und nicht vom Zufall abhängen.

Architektur

Wie es aufgebaut ist.

Sechs Schichten, jede mit einer Aufgabe. Was oben hereinkommt, wird nach unten durchgereicht — und jede Schicht lässt sich austauschen, ohne die anderen anzufassen.

  1. 01

    Eingabe

    Nimmt Gesprochenes auf und wandelt es in Text. Läuft dauerhaft mit, reagiert aber erst auf ein Schlüsselwort — und lässt sich auf Zuruf ganz abschalten.

    Spracherkennung
  2. 02

    Entscheidung

    Versteht die Aufgabe und wählt, was zu tun ist: selbst antworten, ein Werkzeug benutzen, oder den Auftrag an den Hintergrund abgeben. Wählt dabei auch, wie viel Rechenleistung die Aufgabe wert ist.

    Sprachmodelle mit Aufgaben-Zuordnung
  3. 03

    Werkzeuge

    Was das System tatsächlich tun kann: Dateien lesen und schreiben, Befehle ausführen, im Netz nachsehen, auf dem Webserver arbeiten, Postfächer einordnen.

    Eigene Werkzeug-Schicht
  4. 04

    Schutz

    Vor jeder Aktion eine feste Prüfung: Eine kurze Liste wirklich kritischer Dinge wird grundsätzlich abgelehnt — nicht nachgefragt, sondern abgelehnt. Alles andere läuft ohne Unterbrechung durch.

    Regelwerk mit eigenen Tests
  5. 05

    Hintergrund

    Ein eigener Dauer-Dienst holt sich längere Aufträge und arbeitet sie ab, während niemand am Rechner sitzt. Mit Kostengrenze je Auftrag und je Tag, und einer Meldung, wenn er fertig ist.

    Dauer-Dienste mit Budgetgrenze
  6. 06

    Gedächtnis

    Hält fest, was wichtig war — nicht als Protokoll, sondern in einzelne Aussagen zerlegt und verknüpft. Dadurch fällt auf, wenn etwas Neues einer früheren Entscheidung widerspricht.

    Strukturierter Speicher

Entscheidungen

Warum es so gebaut ist.

Die Entscheidungen, die den Unterschied gemacht haben — und was dagegen sprach.

Was dabei herauskam

Ein System, das täglich im Einsatz ist — und dessen Bausteine inzwischen in Kundenprojekte zurückfließen.

  • Wiederkehrende Aufgaben laufen, ohne dass jemand sie anstößt
  • Längere Aufträge werden erledigt, während anderswo weitergearbeitet wird
  • Störungen fallen auf, bevor sie jemandem auffallen
  • Dieselben Daten auf Rechner und Telefon, auch ohne Netz
  • Über tausend automatische Tests sichern das Verhalten ab

Was wir daraus mitnehmen

Bei Automatisierung ist die Technik selten das Problem. Schwierig ist die Frage, wie weit ein System allein entscheiden darf — und was passiert, wenn es sich irrt. Darum beginnt jedes Automatisierungs-Projekt bei uns mit dieser Frage und nicht mit der Werkzeugwahl.

Kontakt

Etwas Ähnliches für dein Unternehmen?

Automatisierung muss nicht groß anfangen. Meist reicht eine wiederkehrende Aufgabe, die ab jetzt von selbst läuft.